13 SK 2 zu Besuch im Europäischen Parlament

Zeugen eines „historischen Moments“
Am Donnerstag, dem 11. Feb. 2010, besuchten wir, der Sozialkunde- Leistungskurs 13 SK2 des Hofenfels-Gymnasiums Zweibrücken zusammen mit dem Kursleiter, Herrn Albert, das EU- Parlament in Straßburg. Auf Nachfrage, wurden wir vom Besucherdienst des Europäischen Parlaments eingeladen und auch bei den Fahrtkosten finanziell unterstützt. Schon unter architektonischen Gesichtspunkten weckte das gläserne Parlament hohe Erwartungen in den Schülern, die letztendlich auf ganzer Linie erfüllt werden konnten. Der Besucherdienst des EU-Parlaments empfing uns sehr freundlich. In einem interessanten Vortrag informierte uns Frau Altidis unter anderem über die 23 Amtssprachen der Europäischen Union und den diesbezüglichen Übersetzungsaufwand während der Plenarsitzungen, weswegen das EU-Parlament auf bis zu 400 freiberufliche Dolmetscher pro Tag zurückgreift, die vier Fremdsprachen beherrschen müssen. Weiter wurden wir auch über die Sitzverteilung im Plenum informiert, wobei sich zeigte, dass die Abgeordneten nicht nach Nationalitäten geordnet, sondern gemäß der Parteienzugehörigkeit ihre Sitze beziehen. Grotesk, aber letztlich der Demokratie geschuldet, erschien es den Schülern, dass auch europafeindliche Politiker wie der Vorsitzende der französischen „Front National“, Jean- Marie Le Pen, der der Sitzung fernblieb, Abgeordnete des EU-Parlaments sind und dementsprechende Gehälter beziehen. Nach dem Vortrag wurden wir in das noch leere Plenum geführt, das sich langsam füllte. Prominente EU-Politiker wie der Vorsitzende der Europäischen Linken, Lothar Bisky ( Die LINKE), der Vorsitzende der Europäischen Sozialdemokraten, Martin Schulz (SPD) oder Silvana Koch- Mehrin (FDP) konnten mithilfe eines Sitzplans ausgemacht werden. Zeugen eines „historischen Moments“, wie der Vorsitzende des EU- Parlaments Jerzy Buzek das folgende Ereignis bewertete, wurden die Schüler, als die EU- Parlamentarier sich in einer Abstimmung gegen das umstrittene Bankdatenabkommen „SWIFT“ aussprachen, welches im Prinzip eine Offenlegung jeglicher innereuropäischer Überweisungen für die USA bedeutet hätte. Der Abstimmung ging eine hitzige und emotional geführte Debatte voraus. Nach dem deutlichen Wahlergebnis befanden sich die Parlamentarier in Feierlaune, mit Standing-Ovations drückte man die Freude über das klare Votum des Parlaments aus. Zum ersten Mal wurden vom EU-Parlament die, durch den Vertrag von Lissabon, erweiterten Kompetenzen des Parlaments umgesetzt. Wir Schüler sehen es als Privileg an, solch eine lebendige Abstimmung miterlebt zu haben.
Matthias Domke, SK2 13, Hofenfels-Gymnasium
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