Schule

Diese Seite wurde 27384 mal im aktuellen Monat aufgerufen.

 

 

 

 

 

 

Unterrichtsentwicklung am Hofenfels-Gymnasium  

Das Thema Unterrichtsentwicklung rückt seit einiger Zeit immer deutlicher in den Mittelpunkt von Diskussionen.

  • Schülerinnen und Schüler tun sich zunehmend schwerer mit den traditionellen Formen des Unterrichts.
  • Lehrerinnen und Lehrer werden durch die wachsenden Aufgaben stärker belastet.
  • Alarmierende Untersuchungsbefunde über den Kenntnisstand der deutschen Schülerinnen und Schüler (TIMSS, PISA), kritische Stimmen aus der Wirtschaft und die Forderung nach mehr Qualitätsmanagement von Seiten der Bildungspolitik verlangen nach einer grundlegenden Veränderung der Lernkultur an Schulen.

Im traditionellen Unterricht liegt auch heute oft noch die überwiegende Gestaltungsaktivität beim Lehrer bzw. bei der Lehrerin. Die Lehrkraft plant, organisiert, stellt Fragen, strukturiert Arbeitsblätter, erstellt Folien, fasst Inhalte zusammen und vieles mehr. Die Schülerinnen und Schüler sind dabei mehr oder weniger aktiv beteiligt, große Gruppen bleiben häufig passiv. Entsprechend ist dann der Lernerfolg, dem es vor allem an Dauerhaftigkeit („Nachhaltigkeit“) fehlt.

Was wir am Hofenfels-Gymnasium tun

Das Hofenfels-Gymnasium hat sich vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, auf die veränderten Anforderungen zu reagieren und nimmt als eine von 42 Schulen in Rheinland-Pfalz an einem Programm zur Umsetzung neuer Lernformen teil, wobei es durch das Erziehungswissenschaftliche Fort- und Weiterbildungsinstitut Landau (EFWI) unterstützt wird.
Dazu gehören die Vermittlung von grundlegenden Lern- und Arbeitstechniken, eine Stärkung der Kommunikationsfähigkeit und die Anleitung zu sinnvoller Teamarbeit.
Dreh- und Angelpunkt dieses Programms ist eine Veränderung des Unterrichts und damit eine Veränderung der Lernkultur.

Die systematische Methodenschulung im Unterricht wird forciert. In eigens dafür geplanten Trainingstagen werden die grundlegenden Kenntnisse bezüglich Lern- und Arbeitstechniken, Kommunikationsfähigkeit und Gruppenarbeit vermittelt. (Zur Zeit in der Klassenstufe 5 Methodentraining am HFG und in den 6. Klassen Kommunikationsverhalten im Unterricht. Zusätzlich wird im nächsten Schuljahr in der 7. Jahrgangsstufe die Teamentwicklung im Klassenraum gefördert). Um die während der Trainingstage eingeübten Fähigkeiten und Fertigkeiten auf Dauer zu erlernen, müssen sie möglichst regelmäßig angewendet und gepflegt werden. Dies muss im jeweiligen Fachunterricht geschehen. Dazu bilden die Fachlehrerinnen und Fachlehrer einer Klasse ein so genanntes Klassenteam, das abstimmt und festlegt, welche methodischen Schwerpunkte im betreffenden Unterrichtszeitraum gesetzt werden sollen. In den Fachbereichen finden dazu, angeleitet von den Trainern und Trainerinnen des EFWI ganztägige fachspezifische Workshops statt, in denen Unterrichtsmaterialien mit Schwerpunkt Methodenpflege und eigenverantwortlichem Arbeiten erstellt werden. Die teilnehmenden Lehrkräfte sind in dieser Zeit vom Unterricht freigestellt und werden entsprechend vertreten. Die Einführung dieses Programms ist somit in den ersten Jahren ohne Unterrichtsausfälle nicht möglich.

Das Programm zur Unterrichtsentwicklung fordert Aktivitäten von allen am Unterrichtsgeschehen Beteiligten.

 

... was Schülerinnen und Schüler dafür tun

Ziel der Veränderung von Unterricht muss es daher sein, die passive “Konsumentenhaltung“ der Schüler zurückzudrängen und sie in einer eher aktiven Rolle zu stärken. Schülerinnen und Schüler müssen mehr zu eigenverantwortlichem Arbeiten und Lernen (kurz „EVA“) angeleitet werden.

 

Allerdings setzt dies voraus, dass Schülerinnen und Schüler über wichtige grundlegende methodische Kompetenzen verfügen.
Das heißt, sie müssen die gängigen Lern- und Arbeitstechniken beherrschen, müssen argumentationsfähig sein und wesentliche Regeln der Kommunikation kennen und anwenden können; sie müssen in der Lage sein, konstruktiv in einem Team zu arbeiten.

Weil Schülerinnen und Schüler aber gerade in diesem Bereich der Basiskompetenzen oft starke Defizite haben, benötigen sie darin besondere Förderung, damit sie in der Lage sind in einem offeneren Unterricht mit mehr selbstgesteuertem Lernen zurecht zu kommen.

... was Lehrerinnen und Lehrer dafür tun

veränderte Unterrichtsformen verlangen aber auch bei den Lehrkräften ein Umdenken. Schülerzentriertes Arbeiten bedeutet zunächst einmal Trainingsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer.
Lehrkräfte aus allen Fachbereichen haben teilgenommen an Fortbildungsveranstaltungen zu den Themen:

  • Methodentraining
  • Teamentwicklung
  • Kommunikationstraining
  • Eigenverantwortliches Arbeiten im Fachunterricht

 

Hier wurden geeignete Unterrichtsformen zu den jeweiligen Themenfeldern praxisnah im Learning-by-doing-Verfahren erarbeitet, - betreut durch die Methodentrainerinnen und -trainer des EFWI/Landau. Diese Veranstaltungen sind jeweils 1 ½ tägig und erfolgen in Kooperation mit anderen Schulen, die ebenfalls an diesem Programm teilnehmen. Im Rahmen von Workshops bereiten Lehrkräfte weiterhin Unterrichtsinhalte in einer mehr Schüleraktivität fordernden Form auf und fördern somit eigenverantwortliches Arbeiten.

 

 

Methodentraining am HFG

(3 Tage Sockeltraining in den 5. Klassen zu "Methodenkompetenz")

1. Tag

    1. Vorstellung der Inhalte der drei Trainingstage (Treppenfolie)
    2. Einstimmung auf das Thema Lernprobleme: Karikaturenrallye nach Klippert
    3. Lerntypentest nach Vester/Duden
    4. Lernstrategien zu "Effektiver lernen und behalten"
    5. Lernplakat erstellen

2. Tag

    1. Vokabeln effektiv lernen und behalten
    2. Markieren und Lernstoff in eine Tabelle umsetzen
    3. Text in ein Ablaufschema umsetzen (mittels Markieren, Textkärtchen, Vortrag)

3. Tag

Sinnvolle Vorbereitung von Klassenarbeiten und Überprüfungen
(Probleme und Ansätze zu deren Lösungen: Lerntipps)