Das HFG präsentiert

Programmfolge:                                           


Bruno Coulais (*1954) / Arr. Rainer Butz:
3 Lieder aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“:

1.    Vois sur ton chemin (Schau auf deinen Weg)
2.    Caresse sur l´océan (Sanft überm Meer)
3.    Cerf-volant (Papierflieger)

- Unterstufenchor des Hofenfels-Gymnasiums
- Kammerorchester Kaiserslautern

- Leitung: Norbert Barbie



Martin Palmeri (*1965): MISA A BUENOS AIRES – MISATANGO

1.    Kyrie
2.    Gloria
3.    Credo
4.    Sanctus
5.    Benedictus
6.    Agnus Dei

- Großer Chor des Hofenfels-Gymnasium mit
   Eltern, Kollegen und Ehemaligen
- Kammerorchester Kaiserslautern
- Florian Giessing, Solovioline
- Marie-Andrée Joerger: Akkordeon
- Susanne Theisohn, Mezzosopran
- Sebastian Voltz, Klavier

- Leitung: Stefan Lang

 


Zu den Werken:

3 Lieder von Bruno Coulais (*1954) aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“

Wer kennt den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ nicht.  Die rührende Geschichte von Waisenkindern oder Kindern aus zerrütteten Familienverhältnissen, die ihr tristes Dasein in einem Internat verbringen müssen, das den traurigen Namen „Au fond de l´étang“ , also „am Grunde des Sees“ trägt. Die Jungs des Internats sehen sich der Willkür eines frustrierten Schulleiters und Schulpersonals ausgesetzt und machen ihrem Frust ihrerseits Luft, indem sie möglichst viel Unsinn anstellen. Das ändert sich, als ein älterer Hilfslehrer an die Schule kommt und sich aus Überzeugung für die Kinder einsetzt. Seine Leidenschaft ist die Musik und es gelingt ihm, einen Knabenchor zu gründen, der den Jungen Struktur, ein Ziel und damit neuen Lebensmut gibt. Der Film ist vor allem eine Geschichte über die Kraft der Musik, die Menschen verzaubern kann.
Der Unterstufenchor des Hofenfels-Gymnasium präsentiert die drei bekanntesten Lieder aus diesem Film: 1. Vois sur ton chemin (Schau auf deinen Weg), 2. Caresse sur l´océan (Sanft überm Meer) und 3. Cerf-volant (Papierflieger). Auch wenn man die französischen Texte nicht versteht, spürt man die emotionale Wärme, die von diesen charmanten ein- bis zweistimmigen Chansons ausgeht. Diese Wirkung wird durch die Streicherbegleitung verstärkt.

Martin Palmeri (*1965): MISATANGO

Das Besondere an diesem Stück ist, dass der Komponist einen traditionellen Text aus der katholischen Liturgie, nämlich die Messvertonung in lateinischer Sprache des Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei mit weltlicher Tangomusik kombiniert. Daraus resultiert natürlich an sich schon ein starker Kontrast.
Die Musik besticht durch ihre dem argentinischen Tango entlehnte mitreißende Rhythmik und Harmonik. Für die spezielle „Tango – Aura“ sorgt das für den Tango typische Instrument Bandoneon bzw. Akkordeon, das immer wieder in den Vordergrund rückt und dem Werk klanglich gewissermaßen seinen Stempel aufdrückt. Für weitere Kontraste sorgen ein Violinsolo und mehrere Mezzo-Sopransoli, die dem Chor und Streichorchester gegenübergestellt werden, ebenso die Verwendung des Klaviers, das ebenfalls solistisch eingesetzt wird.  
Der zeitgenössische Tangosound  wird ergänzt durch Elemente  aus vergangenen Musikepochen. So hört man zum Beispiel leichte Anklänge an mittelalterliche Organa, spätromantische Sept- und Nonakkorde,  aber eine Lieblingstechnik des Komponisten scheint die im Barock so beliebte Fuge zu sein, bei der ein Thema durch alle Stimmen wandert. Diese Form finden wir in den Ecksätzen Kyrie, Agnus Dei und im Credo. Alle diese Fugenteile sind sehr rhythmisch gestaltet und  basieren auf dem gleichen thematischen Material, was zur Geschlossenheit des Werkes beiträgt.
Palmeri `s Messvertonung ist aber auch bildliche Musik im Sinne barocker Rhetorik: So spürt man im „Crucifixus“ („er wurde gekreuzigt“) des Credo förmlich die Hammerschläge, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Auch die inständige Bitte um Vergebung im Kyrie und das insistierende Flehen des „dona nobis pacem“ („gib uns den Frieden“) im Agnus Dei tragen sehr stark gestischen Charakter, um zwei weitere Beispiele zu nennen.